Universität Augsburg: Neubau Kunst und Musik

Bauherr:
Bayerrisches Staatsministerium für
Wissenschaft, Forschung und Kunst

Planung und Bauleitung:
Knoche Architekten BDA, Leipzig

Projektleitung:
Staatliches Bauamt Augsburg

Projektdaten

Gebäudedaten:
HNF 3.693 qm
BGF 9.375 qm
BRI 41.552 m3
Kosten 21.500.000€

Zeitlicher Ablauf:
Planungsauftrag März 2008
Baubeginn April 2009
Übergabe Dezember 2011





Mit dem Neubau eines Institutsgebäudes für Kunst und Musik sind ab 2012 alle Einrichtungen der Universität auf dem Campus an der Universitätsstraße vereint. Nach der Auslobung eines Architekturwettbewerbs durch das Staatliche Bauamt Augsburg stand das Architekturbüro Knoche und Partner aus Leipzig als erster Preisträger fest. Der Freistaat Bayern investiert hier 21,5 Millionen Euro aus dem Sonderprogramm "Zukunft Bayern 2020" in den Hochschulstandort Augsburg. Das Staatliche Bauamt Augsburg erhielt den Planungsauftrag im Dezember 2007. Baubeginn war im Frühjahr 2009. Zum Sommersemester 2012 soll das Gebäude in Betrieb gehen.

Die Lehrstühle der Kunst- und Musikwissenschaften sind derzeit noch in den Gebäuden der ehemaligen pädagogischen Hochschule an der Schillstraße untergebracht. Sie werden zukünftig am Universitätssee, nördlich der Gebäude der juristischen Fakultät auf 3.600 Quadratmetern Hauptnutzfläche sehr gute Voraussetzungen für ihre Arbeit finden.

Das große, im Grundriss quadratische Gebäude liegt wie selbstverständlich im Gelände, ist eingebunden in das vorhandene Fußwegenetz und nimmt das Gefälle des Grundstückes in sich auf. Das Gebäude ist so angelegt, dass es ohne Änderungen in Ausdruck und Struktur nach Norden erweitert werden kann.

Der Baukörper wird geprägt durch 3 eingeschnittene Innenhöfe, die sich jeweils auf unterschiedlichen Höhenniveaus befinden und den Kontakt mit der Umgebung aufnehmen. So orientiert sich der Eingangshof auf dem untersten Niveau nach Südosten und bindet an die Haupterschließungsrichtungen an. Die Dachterrasse auf dem oberen Niveau orientiert sich als "Seeterrasse" nach Osten zum See, während sich der Skulpturenhof auf dem mittleren Niveau nach Westen orientiert und eine direkte Andienung ermöglicht.

Das Gebäude ist gekennzeichnet durch seine klare architektonische Haltung und seine horizontale Anlage. Der Baukörper wir nach außen geprägt durch die helle Außenfassade, die in den beiden Obergeschossen gleichmäßige, geschossweise versetzte Fensteröffnungen aufweist.

Die farblich und im Material abgesetzten Fassadeneinschnitte an den nach außen orientierten Höfen und die bewegte Dachlandschaft vermeiden dabei, dass die schnörkellose Grundfigur und die langen Fassadenabwicklungen als abweisend empfunden werden. Geplant ist ein Baukörper, der dem künstlerisch - kreativen Charakter der Fächer Musik- und Kunsterziehung, deren Offenheit und Kommunikationsbestreben in weitem Maße entgegenkommt, ohne die Ausbildungsinhalte durch bauliche Festlegungen zu sehr festzulegen.

Eine zentrale Bedeutung als Bereich für externes Publikum hat das Auditorium, das direkt am Haupteingang im Sockelgeschoß angeordnet ist. Ein geschützter Vorbereich und ein großzügiges Foyer empfangen den Besucher.

Die Haupttreppe im durchgehenden Luftraum erlaubt Blickbeziehungen in alle Ebenen des Gebäudes und lädt ein, dieses in allen Ebenen zu entdecken.

Die Anordnung der Räume für die Fächer Kunst und Musik erzeugt sinnvolle Nachbarschaften und vermeidet gegenseitige Störungen, allerdings ist es so geplant, dass die Übergänge fließend sind und die gegenseitige Bereicherung gefördert wird - durch ein hierarchieloses Wegesystem, durch Fluraufweitungen und Nischen sowie durch unterschiedlich belichtete Ausstellungs- und Präsentationsmöglichkeiten.