Einweihung der Polizeiinspektion Augsburg-West
Bereits im Oktober letzten Jahres konnte das Staatliche Bauamt Augsburg die neugebaute Polizeiinspektion Augsburg-West (PI-West) an die Polizei Schwaben Nord übergeben. In diesem Zuge fand am Freitag, 23.01.2026, die feierliche Einweihung des PI-West durch Innenminister Joachim Herrmann und Polizeipräsident Martin Wilhelm statt. Hierbei überreichte das Staatliche Bauamt Augsburg, vertreten durch die Bereichsleiterin Hochbau Manuela vom Wege, offiziell den Schlüssel zur neuen PI-West.
Das neue Polizeigebäude steht auf dem Areal der ehemaligen Reese-Kaserne an der Bürgermeister-Ackermann-Straße. Bereits von weitem ist der markante Ziegelbau gut erkennbar. Das neue Gebäude entspricht allen Anforderungen eines modernen Polizeibetriebs. Der Entwurf für die neue PI-West wurde in enger Zusammenarbeit mit der Polizei entwickelt. Dabei stand für das Staatliche Bauamt Augsburg im Vordergrund, die Planungsgrundsätze für polizeilich genutzte Gebäude einzuhalten und gleichzeitig ein modernes, ansprechendes Raumkonzept zu schaffen. Zahlreiche Abstimmungsgespräche mit den zuständigen Ansprechpartnern bei der Polizei während der Planungs- und Bauzeit trugen dazu bei, die funktionalen Anforderungen zu erfüllen. Die Bauzeit betrug ca. drei Jahre.
Zur Entwurfsfindung richtete das Staatliche Bauamt 2019 einen Architekturwettbewerb mit 15 Teilnehmenden aus, welchen das Büro Schwinde Architekten aus München für sich entschied. Das Gebäude besteht aus einem zweigeschossigen Mantelbau und einem fünfgeschossigen Kopfbau, die beide barrierefrei sind. Mit einer Länge von ca. 77 m, einer Breite von 46 m und einer Höhe von 19 m gruppieren sich die Gebäudeteile um zwei Innenhöfe. Ein Polizeihof bietet Standfläche für die Dienstfahrzeuge, während der begrünte Innenhof die Mitarbeitenden mit Sitzgelegenheiten zum Verweilen einlädt.
Besonders ins Auge fällt die markante Klinkerfassade aus Ziegeln in einem typischen roten Farbton, die durch schmale, raumhohe Fenster durchbrochen wird. Diese Gestaltung verleiht dem Gebäude eine eher geschlossene Außenwirkung. Die Büro- und Aufenthaltsräume hingegen orientieren sich mit großzügigen raumhohen Fenstern hin zu den zwei Innenhöfen. Mehrere Sozialräume in den Eckbereichen bieten eine schöne Aussicht über das Viertel und den Reesepark.
Bei der Planung wurde neben der Funktionalität großer Wert auf die Nachhaltigkeit gelegt. Begrünte Fassaden im Innenhof und Dachbegrünung sorgen für einen ausgeglichenen Wärmehaushalt, während die Massivbauweise und die Begrenzung der Fensterflächen im Sommer vor Erwärmung schützen und im Winter Wärmeverluste vermindern. Eine Photovoltaikanlage auf dem gesamten Dach mit einer Leistung von ca.130 kWp dient zur Stromerzeugung. Die Abwärme der Serveranlage im Gebäude wird zur Unterstützung der Warmwasserbereitung genutzt.
Darüber hinaus setzte das Staatliche Bauamt Augsburg auf den Einsatz von Betonkernaktivierung. Hierbei werden vorgefertigte Rohrsysteme in die Betonteile des Gebäudes eingebaut. Darin zirkuliert Wasser, das je nach Temperatur Wärme aus der Decke aufnimmt und so im Sommer kühlt bzw. an die Decke abgibt und auf diese Weise im Winter heizt. Ein Grundwasserbrunnen ergänzt das System, indem er das gleichbleibende Temperaturniveau des Grundwassers über Wärmetauscher zur Temperierung der Räume nutzt. Der verbleibende Energiebedarf wird durch Fernwärme gedeckt.
Die Lüftungsanlagen im Gebäude sind mit Wärmerückgewinnung ausgestattet und ein modernes Wassermanagementsystem sorgt für sauberes Trinkwasser. Darüber hinaus gibt es ein intelligentes System zur Gebäuderegelung, das nach aktuellen Wettervorhersagen vorausschauend kühlt und heizt.
Für klimafreundliche Mobilität stehen rund um das Gebäude E-Ladesäulen für Autos und E-Bikes zur Verfügung, darunter 14 Lademöglichkeiten für Dienstfahrzeuge, acht für Mitarbeitende, zwei für Besucher und vier für Dienstfahrräder (E-Bikes).
Besonders erfreulich ist, dass die Übergabe durch das Staatliche Bauamt Augsburg früher als erwartet stattfinden konnte. Dabei wurde auch der Kostenrahmen eingehalten. Insgesamt investierte der Freistaat Bayern ca. 52,5 Millionen Euro in den Neubau.
