Schadstoffaufkommen im Bestandsgebäude der Staats- und Stadtbibliothek
Bei den Sanierungsarbeiten am Bestandsgebäude der Staats- und Stadtbibliothek wurden Schadstoffe festgestellt. Ein Gutachten bestätigt, dass von den Befunden derzeit keine akute Gefährdung ausgeht. Ein geringes Restrisiko besteht weiterhin. Zum Schutz der Beschäftigten werden daher Arbeiten in Teilen des Bestandsgebäudes vorsorglich ausgesetzt, bis ein Sanierungskonzept aufgestellt und umgesetzt und die erforderlichen Freimessungen durchgeführt wurden. Die Arbeiten am Erweiterungsbau werden weitestgehend ungehindert fortgesetzt.
Bereits im vergangenen Jahr wurden Untersuchungen zu baulichen Schadstoffen im gesamten Bestandsgebäude der Staats- und Stadtbibliothek durchgeführt. Dabei wurden bleihaltige Anstriche an Stahlkonstruktionen in den Magazingeschossen nachgewiesen sowie. Asbestvorkommen im Deckenputz des Souterrains. Hier wurde bereits eine entsprechend fachgerechte Asbestbeseitigung durchgeführt. Bei ergänzenden Untersuchungen wurden nun weitere Befunde im Gebäude festgestellt: geringe Mengen Asbest an einzelnen Flächen des Wand- und Deckenputzes im Gebäude sowie in Spachtelmassen entlang der Stahlträger der Kappendecken. Darauffolgende Staubproben zeigten auf, dass der Schadstoff bisher nur in sehr geringen Mengen freigesetzt worden war, nur eine von sieben Proben lag dabei über dem Grenzwert
„Laut Gutachter besteht derzeit keine akute Gefährdung für die Bauarbeiter. Dennoch bleibt ein Restrisiko bestehen, weshalb wir vorsorglich Arbeitsbereiche ruhen lassen. Die Gesundheitsvorsorge hat für uns oberste Priorität“, sagt Johannes Eisele, zuständiger Abteilungsleiter am Staatlichen Bauamt Augsburg. Somit werden zunächst die Arbeiten im Bestandsgebäude ausgesetzt mit Ausnahme des Dachgeschosses. Die Arbeiten an der Dachhaut laufen weiter, da diese von außen bearbeitet werden können. Auch der Erweiterungsbau ist von den Einschränkungen nicht betroffen.
Das Staatliche Bauamt Augsburg arbeitet mit Hochdruck an den nächsten Schritten, um den Bauablauf schnellstmöglich wieder vollständig aufnehmen zu können. Dazu gehört die Koordination der weiteren Untersuchungen und die Erstellung eines Sanierungskonzeptes. Nach Abschluss der Schadstoffsanierung und der anschließenden erfolgreichen Freimessung der Raumluft können die Arbeiten im Bestandsgebäude wieder aufgenommen werden. Das Staatliche Bauamt geht derzeit davon aus, dass sich die Bauzeit verlängert.
Die Staats- und Stadtbibliothek Augsburg im denkmalgeschützten Neubarockbau von 1893 wird seit 2023 umfassend saniert und durch einen Ergänzungsbau des Architektenbüros Max Dudler (Berlin) erweitert. Der Freistaat stellt rund 62,5 Mio. Euro, die Stadt Augsburg 1,4 Mio. Euro.
